Unparteiische als Handelsware - SR'skandal beim SFV

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Unparteiische als Handelsware - SR'skandal beim SFV

Beitrag von Postman » 19.07.2013, 07:50

Heute in der LVZ...

Haben Leipziger Fußballvereine falsche Angaben beim SR soll gemacht umso Sanktionen zu entgehen.
Wurde diese auch noch gedeckt durch Ehrenämter ??

siehe hier: http://www.lvz-online.de/sport/regional ... sport.html

oder: http://www.lvz-online.de/sport/regional ... 97679.html

In der LVZ von heute steht deutlich mehr als online !!

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KP
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Re: Unparteiische als Handelsware - SR'skandal beim SFV

Beitrag von KP » 19.07.2013, 09:07

Postman hat geschrieben:Haben Leipziger Fußballvereine falsche Angaben beim SR soll gemacht umso Sanktionen zu entgehen. Wurde diese auch noch gedeckt durch Ehrenämter ??
Dürfte wohl um das Modell gehen, wo (ein?) Verein(e) aus dem Kreis Delitzsch (wie heißtn der heute offiziell?) SR en masse ausbildeten und dann an mit SR unterversorgte Vereine gegen Gebühr weitergegeben haben.

Für die Vereine war das eher so ein Win-Win, für den FVSL aber doof (egal ob das jetzt Karteileichen oder wirklich pfeifende SR waren), weil die (FVSL-)Vereine zwar so ihr Soll vollbekamen, aber dem FVSL deswegen trotzdem SR fehlten, weil die ja alle in Delitzsch "pfiffen" und nicht in L.E. eingesetzt wurden/werden konnten.

-kp
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Re: Unparteiische als Handelsware - SR'skandal beim SFV

Beitrag von 1848Lindenau » 19.07.2013, 10:07

KP hat geschrieben:Dürfte wohl um das Modell gehen, wo (ein?) Verein(e) aus dem Kreis Delitzsch (wie heißtn der heute offiziell?) SR en masse ausbildeten und dann an mit SR unterversorgte Vereine gegen Gebühr weitergegeben haben.
Der Verband heißt jetzt "Nordsächsischer Fußballverband".
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Re: Unparteiische als Handelsware - SR'skandal beim SFV

Beitrag von CaseyRyback » 19.07.2013, 11:22

Schiedsrichter als Handelsware

Sportgerichtsverfahren gegen Kreisverbands-Präsidenten beantragt

Leipzig. Sachsens Fußball hat einen Schiedsrichter-Skandal. Es geht buchstäblich um den "Handel" mit Referees, manipulierte Daten und um Geld, das dafür geflossen ist.
Das alles ist neben weiteren Verdachtsmomenten in einem verbandsinternen Schreiben des Sächsischen Fußball-Verbandes (SFV) aufgeführt, das dieser Zeitung vorliegt. In diesem "Antrag auf Einleitung eines Sportgerichtsverfahrens" stehen vornehmlich Heiko Wittig und Manfred Näther vom Nordsächsischen Fußballverband (NFV), einem Kreisverband des SFV, am Pranger. Die Rede ist aber auch von "weiteren bislang noch unbekannten Mittätern".
Den Funktionären wird hauptsächlich die Meldung falschen Schiedsrichter-Bestandes vorgeworfen, um Strafen für Vereine, die ihr Schiedsrichter-Soll nicht erfüllten, abzuwenden. Als Gegenleistung sollen die Beschuldigten oder deren Verband NFV Geld genommen haben.
Offenbar wurde mindestens sechs Vereinen aus Leipzig vom NFV gegenüber dem Leipziger Stadtverband FVSL bestätigt, dass Referees von ihnen in Nordsachsen zum Einsatz kommen. Damit konnten die betreffenden Vereine Geld- oder Punktstrafen umgehen, sie "frisierten" praktisch ihren Bestand an Unparteiischen, um das Soll (siehe Hintergrund) zu erfüllen.
Der SFV als übergeordnete Instanz ist entsprechenden Vorwürfen lange nicht nachgegangen, wohl auch, weil die Regelungen dazu zumindest bis vor Kurzem nicht eindeutig waren und unterschiedlich ausgelegt wurden. "Jahrelang wurden auch Sportfreunde anerkannt, die nur sogenannte Vereins-Schiedsrichter waren, also nicht für den normalen Spielbetrieb zur Verfügung standen, sondern andere Partien leiteten. Nun wird das aber strenger gehandhabt", erklärt Wittig.
In seinem Antrag auf Einleitung eines Sportgerichtsverfahrens führt SFV-Vizepräsident Stephan Oberholz (Leipzig) Fälle an, in denen benannte Schiedsrichter nicht auffindbar waren. So soll ein gewisser, 1954 geborener, Eberhard Lippert gar nicht existieren. Bei anderen seien Kontaktdaten unzutreffend. Weitere gibt es zwar, sie waren aber nie als Schiri tätig, andere haben bereits vor geraumer Zeit aufgehört, Spiele zu pfeifen. Ein weiterer ist nicht in Sachsen, sondern in Westfalen gemeldet.
Heiko Wittig ist eigentlich NFV-Präsident, hat aber sein Amt unlängst an Andreas Heinrich übergeben. "Allerdings nicht wegen dieser Vorwürfe, sondern weil ich für den Bundestag kandidiere. Dies verträgt sich nicht mit einem zur Neutralität verpflichtenden Amt", begründet der Löbnitzer. Und weist nahezu alle Vorwürfe zurück: "Ich muss mir nur ankreiden lassen, dass ich meine Kontrollpflicht verletzt habe." Er habe nicht mitbekommen, dass die an den SFV gemeldeten Referees nicht alle Bedingungen erfüllten. Es dürfen nur die gezählt werden, die pro Saison auf mindestens 15 Spiele kommen, sowie am Leistungstest und der Hausregelschulung teilgenommen haben. "Das erfüllen allerdings auch in anderen Verbänden garantiert nicht alle", ist Wittig überzeugt.
Gegenüber dem SFV habe er Stellung genommen, auch die Vereine sind dazu aufgefordert worden. "Vorwürfe zur Vorteilsnahme durch mich oder den NFV weise ich entschieden zurück." Die strittige Sachlage sei bislang äußerst langatmig und laut Beobachtern auch mit vielen Verfahrensfehlern behandelt worden. SPD-Mann Wittig hält den Umstand, dass der SFV die Sache gerade jetzt forciert, da er im Wahlkampf steht, nicht unbedingt für zufällig. "Ich habe anwaltlich prüfen lassen, ob ich wegen übler Nachrede Strafantrag stelle, sofern das Verfahren gegen mich eröffnet werden sollte", betont Wittig. Frank Müller
Referees: Viel gescholten, aber stets gebraucht
Fußball-Schiedsrichter sind wichtige Leute, dabei oft gescholten, aber vor allem eines: rar. Denn wer in diesem Sport aktiv sein will, möchte in der Regel spielen, der Drang, Partien eher zu leiten als mitzukicken, ist bei vergleichsweise wenigen ausgeprägt. Trotzdem sind die "Pfeifenmänner" für einen geregelten Spielbetrieb unverzichtbar. Die Fußball-Verbände brauchen sie also und können sie fast nur über die ihnen zugehörigen Vereine rekrutieren. Ein schweres Brot, weshalb es je nach Anzahl der Mannschaften einen Schlüssel gibt, wie viele Referees jeder Verein für den Spielbetrieb zur Verfügung zu stellen hat. Wer nicht die entsprechende Anzahl meldet, sprich sein Schiedsrichter-Soll nicht erfüllt, den erwarten Sanktionen. Zunächst Geldstrafen, später, falls sich das Defizit über mehrere Spieljahre erstreckt, auch Punktabzüge. Dennoch tun sich nicht wenige Vereine schwer mit der Gewinnung und Ausbildung von Referees. Also werden mitunter alternative, nicht immer ganz feine Wege beschritten, um aus dem Dilemma zu kommen. Recht häufig ist das Abwerben von Schiedsrichtern anderer Vereine. Gelockt wird mit Geld, guter Sportausrüstung, honoriger Einbindung ins Vereinsleben und manchem mehr. F. M.
Quelle: LVZ von Heute.

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Re: Unparteiische als Handelsware - SR'skandal beim SFV

Beitrag von hase » 19.07.2013, 11:30

Hallo,
die entscheidende Frage sollte sein: Wem nutzt es?
Wieder scheint ein "Schuldiger" gefunden. Die Frage, weshalb Kreisverbände oder Vereine auf solche Ideen kommen wird nicht gestellt, da unterscheidet sich die LVZ nicht vom allgemein in diesem Land vorherrschenden Meinungsbild.
Der Fisch fängt jedoch immer vom Kopf her an zu stinken. Die Forderungen seitens des SFV an die Vereine in punkto Schiedsrichtersoll sind für manche einfach nicht zu machen. Wenn dem so ist, wird es solche Fälle immer wieder geben. Die Herren in Dresden sind gefragt ....

Auch nur eine Meinung hier: http://wp.me/p3oyFJ-nL

Gruß Hase
http://leipziger-sportwoche.de

„Wer in einem gewissen Alter nicht merkt, dass er hauptsächlich von Idioten umgeben ist, merkt es aus einem gewissen Grunde nicht.“

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Re: Unparteiische als Handelsware - SR'skandal beim SFV

Beitrag von Coach69 » 19.07.2013, 11:39

die tatsache ist eigentlich schon länger bekannt !! ist es politisches kalkül das dies nun ans licht kommt, wo heiko wittig in den bundestag einziehen will ??
ist es zufall das ein spoka einer gegnerischen partei, plötzlich aus dem nichts wieder auftaucht und dazu seinen senf abgibt?? :idea:

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Re: Unparteiische als Handelsware - SR'skandal beim SFV

Beitrag von centrus » 19.07.2013, 14:04

Coach69 hat geschrieben:... ein spoka einer gegnerischen partei... :idea:
Partei? Eher eine Ansammlung von Nerd´s, Egomanen und Spinnern. Ich denke da passt er aber gut rein :lol:

Gab´s sonst noch was?

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Re: Unparteiische als Handelsware - SR'skandal beim SFV

Beitrag von KP » 19.07.2013, 15:43

Coach69 hat geschrieben:ist es zufall das ein spoka einer gegnerischen partei, plötzlich aus dem nichts wieder auftaucht und dazu seinen senf abgibt??
Ach herrje, meinst Du mich? Und ich dachte, in den vier Jahren bei dieser orangenen Kleinpartei hätte ich jetzt schon jede bekloppte Verschwörungstheorie gehört :)

Ne, ich saß heut beim Bäcker und hab die LVZ gelesen und die machte halt mit dem Skandal auf und dann gabs hier diesen Thread. Und dass ich wieder hier bin liegt einfach daran, dass ich nach drei Jahren München seit Anfang Juli wieder in Leipzig arbeite und da kann ich mir das lokale Geschehen ja wieder reinziehen.

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Re: Unparteiische als Handelsware - SR'skandal beim SFV

Beitrag von ramon » 19.07.2013, 16:15

Welcome back, KP!

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Re: Unparteiische als Handelsware - SR'skandal beim SFV

Beitrag von keepera » 19.07.2013, 17:13

ich meine es ist kein Kalkül und selbst wenn - selber Schuld!

@ Hase
die frage ist nicht das warum, die in dz können ja gerne helfen, aber dafür Gelder zu kassieren ist das verwerfliche an der Sache!

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Re: Unparteiische als Handelsware - SR'skandal beim SFV

Beitrag von 1848Lindenau » 19.07.2013, 17:33

@ KP:
Steigst Du denn wieder ins aktive Geschäft ein? :)
Da mihi factum, dabo tibi ius!

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Re: Unparteiische als Handelsware - SR'skandal beim SFV

Beitrag von keepera » 20.07.2013, 02:00

Skandal um Schiedsrichter weitet sich aus

Delitzsch. Der sächsische Schiedsrichter-Skandal zieht weitere Kreise. Bekanntlich soll der Nordsächsische Fußballverband (NFV) Unparteiische, die nicht mehr aktiv waren, an den Leipziger Verband FVSL buchstäblich verkauft haben. Der zentrale Beschuldigte: Ex-NFV-Präsident Heiko Wittig. "Der Vorstand des NFV wusste bis zum Treffen mit Vertretern des sächsischen Verbandes nichts von den Vorwürfen", hieß es gestern aus Verbands-Kreisen. Doch jetzt wird die Sache erst richtig interessant. Bei jenem Treffen im Juni sollte die ganze Angelegenheit offenbar unter den Tisch gekehrt werden. Vertreter des SFV legten Wittig seinen Rücktritt nahe: "Dann bleibst du von der großen Bugwelle verschont."
Dass es eine Rücktritts-Aufforderung gegeben habe, weist Wittig zurück. "Ich kann diese Gerüchte nicht bestätigen", sagte er gestern. Mehrere, die bei besagtem Treffen dabei waren, aber sprechen vom Gegenteil. Darunter Reinhard Gronau. "Als ich das alles gehört habe, dachte ich, das kann doch gar nicht wahr sein", erklärt der Sportgerichts-Chef des NFV. Von den wahren Ausmaßen habe er jedoch erst am Freitag aus der LVZ erfahren.
Wittig, der mitten im Wahlkampf steckt, im September für die SPD Nordsachsen in den Bundestag einziehen will, reagierte jedenfalls, ließ sein Amt als NFV-Boss jedoch lediglich ruhen und seine Rückkehr in den Vorstand offen. Darin sah der Sächsische Fußball-Verband seine Forderung scheinbar nicht erfüllt, sodass dieser nun einen "Antrag auf Einleitung eines Sportgerichtsverfahrens" stellte. "Heiko war immer ein unbequemer Partner für den SFV. Und jetzt haben sie die Möglichkeit genutzt, ihn loszuwerden", vermutet Gronau.
Wittig leitete bis zum Jahr 2010 die Geschicke der Schiedsrichter des Kreisverbandes Delitzsch und erklärte gestern: "Ich trage für alle Dinge im NFV die Verantwortung. Allerdings können wir nicht alle 300 Schiedsrichter kontrollieren, die wir haben." Für den Verband entsteht noch ein weiteres Problem. Im September steht die Vorstandswahl an, ein Kandidat für den Vorsitz ist nicht in Sicht. "Heiko ist ein herber Verlust für den NFV. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er sich persönlich bereichert hat. Er wird uns fehlen", meint Gronau. Vielleicht war Wittig deswegen gestern noch auf der Homepage des Verbandes als Präsident gelistet. Johannes David
Leipziger Volkszeitung vom 20.07.2013

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Re: Unparteiische als Handelsware - SR'skandal beim SFV

Beitrag von Der_Sucher » 20.07.2013, 09:44

Sportfreund Gronau schein nichts begriffen zu haben.
Wenn alle das täten was sie mich können, käme ich den ganzen Tag nicht zum Sitzen.
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Re: Unparteiische als Handelsware - SR'skandal beim SFV

Beitrag von Coach69 » 20.07.2013, 10:45

ich glaube der sportfreund gronau ist nicht der einzige der nichts begriffen hat, sonst wäre es ja nicht bei der presse gelandet !!

die "große bugwelle" wird nun eher zu einem tsunami und wird sicherlich mehr als nur heiko wittig mit sich reißen, der zu allem noch schamlos lügt !!
ich denke im zuge der vertuschung wird das noch unglaubliche ausmaße annehmen....ich hoffe die staatsanwaltschaft ermittelt bis ins detail und stützt sich nicht nur auf die vorgelegten sachen.

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Re: Unparteiische als Handelsware - SR'skandal beim SFV

Beitrag von KameradLE » 20.07.2013, 10:53

Ich möchte nicht wissen, wie viele Verbände dies genauso handhaben. Es wird doch überall gemauschelt und getrickst. Und jeder denkt sich dann: "Beschiss ist es erst, wenn man sich erwischen lässt" Wenn einfach jeder vor seiner eigenen Tür kehren würde :roll:

Und der Nordsächsische wäre nicht so weit, wenn Herr Wittig nicht wäre. Er leistet gute Arbeit. Besser als bei anderen Verbänden, wo es größere Probleme gibt und viel unfähigere Präsidenten.

Und jeder, der jetzt den Rücktritt von Herrn Wittig fordert (2 Monate vor der Neuwahl :roll: :evil: ), sollte sich dann selbst auf die Kandidatenliste setzten und sich zum Vorsitzenden wählen lassen.
§ 1 Der SR hat immer Recht!
§ 2 Sollte der SR mal nicht Recht haben, tritt automatisch § 1 in Kraft!


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